Inhalt dieses Artikels
Was ist Nachlassplanung?
Nachlassplanung bezeichnet alle Maßnahmen, die Sie zu Lebzeiten ergreifen, damit Ihr Vermögen nach Ihrem Tod geordnet und gemäß Ihrem Willen übergeben wird. Das umfasst deutlich mehr als nur ein Testament.
Vollständige Nachlassplanung beinhaltet: Testament und Erbfolge, digitales Erbe (Passwörter, Online-Konten, Krypto), Vollmachten für den Ernstfall, Patientenverfügung sowie eine klare Übersicht über alle Vermögenswerte.
Nur 35–37 % der Deutschen haben ein Testament. Für den digitalen Nachlass ist es noch schlimmer: Nur 18 % haben ihre Online-Konten geregelt. Die Folgen für Familien können verheerend sein.
Die gesetzliche Erbfolge in Deutschland
Wenn kein Testament vorhanden ist, greift automatisch die gesetzliche Erbfolge nach BGB. Diese ist in "Ordnungen" eingeteilt:
Gesetzliche Erbfolge — Vereinfachte Übersicht
Wer besonders gefährdet ist
Diese Gruppen haben besonders dringenden Handlungsbedarf:
- Unverheiratete Paare — Partner ist gesetzlich kein Erbe
- Eltern kleiner Kinder — ohne Testament kein Vormund festgelegt
- Krypto-Besitzer — ohne Seed-Phrase alles verloren
- Immobilienbesitzer — Zwangsverkauf durch Erbengemeinschaft droht
- Unternehmer — ohne Nachfolgeregelung kann die Firma an ungewollte Erben fallen
- Patchwork-Familien — komplexe Situationen mit Kindern aus verschiedenen Beziehungen
Die 4 Säulen der vollständigen Nachlassplanung
1. Testament
Wer erbt was? Vormund für Kinder? Enterbungen? Ein handschriftliches Testament ist kostenlos und rechtsgültig.
2. Digitaler Nachlass
Online-Konten, Krypto, Passwörter, Abonnements — der am häufigsten vergessene Teil.
3. Vermögensübersicht
Wo sind Immobilien, Fahrzeuge, Wertgegenstände, Bankkonten, Depots? Eine klare Liste für die Erben.
4. Vollmachten & Verfügungen
Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung — für den Fall, dass Sie nicht mehr entscheiden können.
Die Nachlassplanung-Checkliste
- 📝Testament erstellt (handschriftlich oder notariell)
- 🏦Alle Bankkonten und Depots dokumentiert
- 💻Online-Konten und Passwörter aufgelistet
- ₿Krypto Seed-Phrases sicher hinterlegt
- 🏠Immobilien und Grundbuchauszüge bekannt
- 🔑Wo liegt der Safe-Schlüssel / das Testament?
- 📱Was passiert mit Social Media, Netflix, Streaming?
- 👨👩👧Vormund für minderjährige Kinder bestimmt
- 📄Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung erstellt
- 🔄Aktualisierungstermin in 2 Jahren geplant
Ab wann sollte man anfangen?
Die ehrliche Antwort: Heute. Es gibt keinen guten Grund zu warten. Ein Testament kann jederzeit geändert werden — aber es kann nicht rückwirkend erstellt werden.
Besonders dringend ist die Nachlassplanung bei diesen Lebensereignissen: Heirat oder Scheidung, Geburt eines Kindes, Kauf einer Immobilie, erste Kryptowährung, Gründung eines Unternehmens, Beginn einer Lebensgemeinschaft ohne Trauschein, Pensionierung.
Häufige Fragen zur Nachlassplanung
Was ist der Unterschied zwischen Erbfolge und Testament?
Die gesetzliche Erbfolge greift automatisch, wenn kein Testament vorliegt. Mit einem Testament weichen Sie von dieser Regelung ab und bestimmen selbst, wer was erbt — innerhalb der gesetzlichen Grenzen (Pflichtteil für Kinder und Ehepartner).
Kann ich meine Kinder enterben?
Vollständig nicht. Kinder haben immer Anspruch auf den Pflichtteil — das ist die Hälfte ihres gesetzlichen Erbteils als Geldanspruch. Nur in sehr engen Ausnahmefällen (z. B. schwere Straftaten gegen den Erblasser) kann der Pflichtteil entzogen werden.
Was ist eine Vorsorgevollmacht?
Eine Vorsorgevollmacht erlaubt einer Vertrauensperson, in Ihrem Namen zu handeln, wenn Sie selbst nicht mehr entscheiden können (z. B. durch Unfall oder Krankheit). Ohne Vollmacht muss ein Gericht einen Betreuer bestellen — oft nicht die Person, die Sie sich gewünscht hätten.
Wie oft sollte ich meinen Nachlass aktualisieren?
Mindestens alle 2–3 Jahre oder nach größeren Lebensveränderungen (Heirat, Scheidung, Geburt, neue Immobilie, neues Krypto-Portfolio). Ein veraltetes Testament kann mehr Schaden anrichten als keines.
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